Wie man sich leichter selber annehmen kann

Oft höre ich von Menschen, die an sich arbeiten wollen, dass sie es einerseits wünschen, endlich tiefere Erkenntnisse und Einblicke über sich selbst zu bekommen; andererseits es ihnen aber sehr schwer fällt, ehrlich mit sich selbst zu sein. Es fehle ihnen an der gewissen eigenen Ehrlichkeit und an der Empathie sich selbst gegenüber.

Dem kann ich nur beipflichten, denn es ist wirklich nicht einfach für einen Menschen, der immer im Außen lebte, sich plötzlich nach innen zu wenden. Meist sehen wir auf den ersten Blick nur Dinge, die uns nicht gefallen. Und dies schreckt uns dann ab, uns weiter mit uns selbst auseinanderzusetzen, da wir befürchten, dass uns dies nur noch trauriger machen wird, als wir es bisher sowieso schon sind. Die Angst vor der Depression über die eigenen Fehler kommt schnell auf und sorgt bei vielen dafür, den Blick wieder ins Außen zu richten und sich nicht weiter mit der Innenschau zu beschäftigen.

Obwohl es anfangs wirklich so aussieht, als würde in uns nur Mist rumliegen und nichts Schönes, so ist es dennoch so einfach, einen guten Weg zu sich selbst zu erlernen. Ich empfehle einen Umweg zu nehmen. Denn Umwege habe mich sehr oft viel schneller ans Ziel gebracht als direkte Wege.

Der Umweg, den ich empfehle, ist der Umweg über den Star.
Ein Star ist jemand, den wir bewundern, dessen Bilder wir in unserer Jugend in Großformat über dem Bett hingen hatten und den wir uns so gern ansahen und geradezu bewunderten. Dass dieser Star überhaupt einmal ein Selbstwertproblem haben könne, davon gingen wir gar nicht erst aus. Für uns waren diese Stars einfach Top.

Und genauso sollten wir es mit uns selbst tun: Mach aus Dir einen Star!
Nimm ein Foto von Dir und hänge es im Großformat dort auf, wo Du oft vorbei kommst. Mit der Zeit wirst Du Dich immer schöner sehen. Klar, anfangs mag man sich nicht sehen, aber es ist die Gewohnheit, die uns dazu fehlt.

Wir sind es nicht gewöhnt, uns anzusehen. Das war nie Thema. Okay, im Spiegel ab und an, wenn wir morgens ins Bad mussten. Wobei Frauen sich da ja noch öfter in die Augen schauen als Männer. Der Mann schaut eher auf den Bart, auf die Zähne oder ins Gesicht, aber sich selbst in die Augen blicken? Nein, wozu denn das?

 

Und da gibt es jetzt die zweite Übung: Die Spiegelübung

Schau Dir morgens im Bad in die Augen und setze das beste Lächeln auf, das Dir möglich ist und sage mit herzlicher und freudiger Stimme: “(Dein Name), ich bin bereit, Dich so anzunehmen, wie Du bist!”
Das war’s schon! Wenn Du dies eine Weile jeden Morgen durchhältst, wirst Du die erfolge direkt sehen können.

Mal ehrlich. Ich hab am Anfang fast gekotzt, als ich vor dem Spiegel stand. Ich konnte mir selbst zwar noch so gerade in die Augen blicken. Aber dann, mir selbst zu sagen, dass ich bereit sei, mich so anzunehmen, wie ich bin? Nein, das ging nicht… Frosch im Hals…. Ekliger Geschmack beim Sprechen… usw. Am nächsten Tag war es bereits leichter. Und dann irgendwann war es die erste Begrüßung des Tages, wo ich mich schon so drauf freute. Und wenn ich das Bad verließ, lachte ich mich groß auf einem Foto an. Was soll ich sage? Schon nach kurzer Zeit hatte den besten Eindruck von mir selber und es war dann recht einfach, mich dem Mist in mir drin zu stellen. Denn ich wusste ja, dass dieser Mist einfach nur noch beiseite geräumt werden musste. Das meiste dafür hatte ich ja da schon getan.

Eine positive Grundeinstellung hilft sehr viel, wenn man an sich arbeiten will. Damit wird alles viel leichter, denn man liebt sich bereits ein gutes Stück. Und wenn man dann in sich die Quelle der Liebe entdeckt, wird man nicht mehr aufhören wollen, nach innen zu blicken. Interessanterweise änderte sich damit auch mein Außenleben. Das war eine Erkenntnis, die mich am meisten erstaunte.